Bausteine einer Wohnraumstrategie
Ein anpassbarer Prozessrahmen für Gemeinden — erprobt gemeinsam mit der Gemeinde Schnifis.
Ausgangsfrage
Warum braucht eine Gemeinde eine Wohnraumstrategie?
Eine Wohnraumstrategie gibt Gemeinden die Möglichkeit, ihre Wohnentwicklung selbst in die Hand zu nehmen – mit klaren Zielen statt Einzelfallentscheidungen und beantwortet vier zentrale Fragen:
- Wo stehen wir? Was sind typische Wohnprobleme im Ort?
- Was brauchen wir? Welche Zielgruppen und Wohnformen fehlen?
- Welche Ziele verfolgen wir als Gemeinde?
- Mit welchen Schritten und Partner:innen kommen wir dorthin?
Bgm. Simon Lins (Schnifis) im Gespräch mit Johannes Herburger (raumlink), Skalierungsworkshop Mai 2026
Prozessrahmen
Ein anpassbarer Ablauf in vier Phasen
Im Rahmen von V:Süd wurde ein prototypischer Prozessrahmen entwickelt. Er ist kein starres Muster, sondern ein Orientierungsrahmen, der je nach Ausgangslage der Gemeinde angepasst werden kann und die bedarfsorientierte Ausrichtung der Maßnahmen sichert.
Ausgangslage klären
Bestandsanalyse, lokaler Kontext, Stärken und Schwächen des Wohnungsmarkts – aufbauend auf den Wohnraumdaten V:Süd
Zielgruppen & Bedarfe
Wer wohnt heute im Ort? Wie wird sich der Wohnbedarf weiter entwickeln? Welche Wohnformen wollen wir als Gemeinde aktiv fördern?
Ziele & Prioritäten
Welche Ziele zur räumlichen Entwicklung hat sich die Gemeinde bereits gesetzt? Welche Ziele für das Wohnen wollen wir konkreter vorantreiben? Welche Entscheidungen sind politisch zu treffen?
Maßnahmen & Schritte
Welche Handlungsmöglichkeiten haben ich als Gemeinde? Welche Partner:innen benötigen wir? Was sind umsetzbare mittel- und langfristige Maßnahmen und wer ist wofür zuständig?
Erkenntnisse aus den Workshops
Was haben wir gelernt?
- Externe Begleitung hilft, Themen zu strukturieren und politische Diskussionen zu versachlichen
- Der Prozess braucht Zeit: Wohnraumstrategien entstehen nicht in einer Sitzung
- Gute Beteiligung erhöht die Akzeptanz von Wohnprojekten und sichert die bedarfsorientierte Ausrichtung der Maßnahmen erheblich
Was liegt konkret vor?
Materialien & Unterlagen
- Prozessschema für eine Wohnraumstrategie (PDF)
- Workshopdokumentation (PDF)
- Erkenntnisse aus dem Pilotprozess „Wohnraumstrategie Schnifis“
Nutzen für Gemeinden
Was können Gemeinden konkret damit tun?
- Eine eigene Wohnraumstrategie vorbereiten – mit einem erprobten Rahmen als Ausgangspunkt
- Wohnprojekte besser begründen und in Gemeindegremien priorisieren
- Politische Entscheidungen nachvollziehbarer machen
- Gemeindeinterne Abstimmung verbessern
- Regionalen Austausch fördern
- Gespräche mit dem Bodenfonds oder anderen Partner:innen gezielt vorbereiten
- Den Prozess mit externer Begleitung starten
