Zusammenarbeit mit dem Bodenfonds
Der Vorarlberger Bodenfonds bietet die Chance, in Richtung leistbarem Wohnen aktiv zu werden. Wie kann eine Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Bodenfonds aussehen? V:Süd hat einen beispielhaften Prozess erarbeitet.
Ausgangsfrage
Wie gelingt die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Bodenfonds?
Viele Gemeinden wollen leistbaren Wohnraum entwickeln und die Zusammenarbeit mit dem Bodenfonds gut aufgleisen. Dafür braucht es klare Ziele, geeignete Flächen, politische Verankerung und Erfahrung im gemeinsamen Vorgehen. Zentrale Fragen aus den Gesprächen im Projekt:
- Welche Grundlagen braucht es, bevor der Bodenfonds eingebunden wird?
- Welche Entscheidungen müssen politisch getroffen werden?
- Wie können Bürger:innen informiert und beteiligt werden?
Skalierungsworkshop Bodenfonds, Juni 2026
Prozessablauf
Beispielhafter Ablauf für die Zusammenarbeit
Das folgende Schema zeigt, wie eine Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Bodenfonds typischerweise aussieht – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Es ist kein starres Regelwerk, sondern ein Orientierungsrahmen.
Ziele für das Wohnen definieren
Gemeinde identifiziert Handlungsbedarf beim Wohnen (z. B. fehlende leistbare Mietwohnungen, Alterung, Abwanderung). Grundsatzbeschluss: Aktive Bodenpolitik ist ein Ziel.
Grundlagen klären
Erste Einschätzung der Entwicklungsmöglichkeiten – die Daten der Raumbeobachtung V:Süd, eine Lokale Wohnraumstrategie oder auch ein räumlicher Entwicklungsplan kann eine wichtige Grundlage sein.
Erstgespräch mit dem Bodenfonds
Gemeinde und Bodenfonds klären gemeinsam: Welches Grundstück ist geeignet? Was sind die Voraussetzungen? Welche Schritte folgen?
Beteiligung und Kommunikation
Umsetzung begleitet vom Bodenfonds und Umsetzungspartnern (Wohnbauträger, privat oder gemeinnützig). Laufende Kommunikation mit Gemeindevertretung und Öffentlichkeit.
Planungs- und Umsetzungsphase
Flächenwidmung, Bebauungsplan, Machbarkeitsstudie, Vergabe und Bau werden mit dem Bodenfonds und weiteren Umsetzungspartner:innen vorbereitet. Die Ziele für leistbares Wohnen werden vom Grundstückserwerb über die planerischen Grundlagen bis zur Vergabe konsequent mitgedacht.
Erkenntnisse aus der Projektarbeit
Was hat V:Süd gezeigt?
Was gut funktioniert hat
- Frühe Klärung von Zuständigkeiten und Entscheidungswegen
- Erfahrungsaustausch zwischen Gemeinden strategisch fördern, auch zwischen Gemeinden mit und ohne Erfahrung
- Beteiligung von Anfang an einplanen, nicht nachträglich hinzufügen
Was herausfordernd war
- Ziele für das leistbare Wohnen vom Grundstückserwerb über die planerischen Grundlagen bis zur Vergabe konsequent mitdenken
- Gemeinden profitieren von externer Begleitung – sie haben oft fehlende Kapazitäten in Planung und Umsetzung
- Proaktive Beteiligung braucht Zeit und muss die Chancen für die Allgemeinheit sichtbar machen
Nutzen für Gemeinden
Was können Gemeinden konkret damit tun?
- Erste Schritte mit dem Bodenfonds gezielt vorbereiten
- Politische Entscheidungen zur Bodenpolitik sachlich begründen
- Beteiligungsprozesse frühzeitig einplanen
- Von Erfahrungen anderer Gemeinden in der Region profitieren
- Grundstücke und Flächen systematisch erfassen und bewerten
- Vergaberichtlinien im Vorfeld klären
- Den Prozess mit externer Begleitung starten
