Es braucht ein ganzes Dorf, um in Würde älter zu werden
In Bludenz fand am 13. März 2026 das Symposium „Wohnen im Alter“ statt. Vertreter:innen aus Gemeinden, sozialen Organisationen und der Forschung kamen zusammen, um über neue Wohnformen und Unterstützungsmöglichkeiten für ältere Menschen zu sprechen. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie gutes Leben im Alter im Süden Vorarlbergs gelingen kann.
Die Region steht vor großen Veränderungen: Die Zahl der über 80‑Jährigen wird in den nächsten Jahren deutlich steigen. Viele Menschen leben allein und oft in Wohnsituationen, die im Alter schwer zu bewältigen sind. Fachvorträge und Beispiele aus dem Alltag zeigten beim Symposium, wie wichtig es ist, sich früh mit der eigenen Wohnzukunft zu beschäftigen und auf Gemeinschaft, Nähe und Unterstützung zu achten. Soziale Beziehungen erhöhen die Lebensqualität in den späteren Jahren enorm.

Den Mobilen Hilfsdiensten und Krankenpflegevereinen kommt eine besondere Bedeutung zu. Da sie nah an den Menschen sind, erkennen sie sehr früh, wenn sich der Bedarf eines Einzelnen verändert und ev. auch eine Änderung der Wohnsituation notwendig sein kann.
Prof. Franz Kolland, Leiter Fachbereich Gerontologie der Universität Krems, zeigte in seinem äußerst unterhaltsamen Vortrag, dass Menschen in ihren 60ern am ehesten bereit sind, die Wohnsituation aktiv zu verändern. „Das ist ein äußerst schmales Zeitfenster!“ warnte Professor Kolland.
Gemeinden als Gestalter von Lebensqualität
Eine zentrale Botschaft des Tages war, dass Gemeinden viel beitragen können – etwa durch Begegnungsräume, gute Nachbarschaften und Wohnumfelder, die älteren Menschen ein selbstständiges Leben ermöglichen. Gleichzeitig wurde betont, wie wertvoll die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden ist, um Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
Am Nachmittag boten Exkursionen einen praktischen Einblick in unterschiedliche Wohnformen – von generationenübergreifendem Wohnen über betreute Anlagen bis hin zu Quartieren, in denen konkret überlegt wurde, wie Begegnung und Austausch gefördert werden können. Die Beispiele zeigten, wie vielfältig die Möglichkeiten in der Region bereits sind und wie sehr der Blick in bestehende Projekte neue Ideen anregen kann.
Das Symposium zeigte deutlich: Wenn Gemeinden, Organisationen und Bürger:innen zusammenarbeiten, können sie das Wohnen im Alter aktiv und positiv gestalten.



